Es gibt in Dänemark nur zwei mittelalterliche Stadttore, die bis heute erhalten geblieben sind. Eines davon befindet sich in Stege auf der Insel Møn und öffnet nun nach einer fünfjährigen Renovierungsphase wieder seine Tore.

Die Mølleporten wurde bei der Restaurierung auf ihre ursprüngliche Höhe aus dem späten 14. Jahrhundert zurückgeführt. Dabei wurde das Straßenniveau um fast 80 Zentimeter abgesenkt, weil der Sockel des Gebäudes unter der heutigen Straße verborgen war. Ziel der Sanierung war es, die langfristige Erhaltung des Tores zu sichern, die historischen und architektonischen Merkmale hervorzuheben und den Zugang für die Öffentlichkeit zu ermöglichen. Besucher haben nun die Gelegenheit, das Tor von innen zu erkunden und spannende Einblicke in das damalige Leben, die Verteidigung und den Alltag zu gewinnen, indem sie die verschiedenen Etagen durchwandern.

In Stege kann man neben dem Mølleporten auch die Stadtbefestigungsanlage entdecken, die Zeugnisse einer Zeit liefert, in der Stadtmauern und Festungsanlagen in vielen Ortschaften üblich waren. Obwohl solche Stadtmauern in den meisten Städten abgetragen wurden, sind sie in Stege noch erhalten geblieben. Die umgebenden Stadtmauern zusammen mit dem rund 800 Meter langen Wallgraben bieten zudem einen reizvollen Spaziergang in einer grünen Umgebung.

Das Mølleporten ist eines der beiden erhaltenen mittelalterlichen Stadttore Dänemarks. Es entstand vermutlich um 1400 zeitgleich mit der Stadtmauer. Ein auf einem Kreidestein eingraviertes Jahr, 1674, deutet auf eine Umbauphase hin, in der das erste Obergeschoss als Gefängnis genutzt wurde. Das Tor wurde über die Jahre mehrfach restauriert, zuletzt ab 2020, um seine Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten.

Früher diente das Mølleporten als Kontrollpunkt für Waren von Reisenden und Bauern. Nachts wurde das Tor geschlossen, um die Stadt vor Überfällen und Diebstählen zu schützen.

Adresse: Storegade 75, 4780 Stege